Minikamera an der Kleidung tragen

Spionagekameras bedeuten Verantwortung

Der Drang danach, die privaten Momente einer Person miterleben zu können, ohne dabei entdeckt zu werden, steckt seit Jahrhunderten im Wesen des Menschen. Ob es sich dabei um die Nachbarin, den eigenen Vorgesetzten oder den Babysitter handelt: Spionagekameras werden nicht erst seit dem kalten Krieg in Form der Lomo eingesetzt. Detekteien arbeiten mit Spy Cams, die zum Beispiel in alltäglichen Gegenständen getarnt werden, routiniert. So können Fälle, in denen Geld aus der Betriebskasse verschwindet oder auch härtere Vergehen wie Kindesmisshandlung unentdeckt gesehen werden.

Typische Einsatzgebiete von getarnten Kameras

Minikamera an der Kleidung tragen
Knopfauge: Spionagekameras lassen sich zum Beispiel als Hemdknopf an der Kleidung tragen.

In den USA werden zum Beispiel Nanny-Kameras häufig von Privatleuten eingesetzt, um zu überprüfen, ob das neue Kindermädchen den Nachwuchs pfleglich behandelt. Die verdeckten Überwachungskameras werden dafür in Teddybär-Augen, Untersetzern oder Weckern getarnt untergebracht. Die Spionagekamera zeichnet dabei sogar bei schlechten Lichtverhältnissen genau auf, was sich im Raum abspielt. Brutales Verhalten und Misshandlungen von Babysittern konnten mit diesen Nanny-Kameras mehrfach überführt werden und lösten so manchen Skandal aus.
Auf dem Markt gibt es ein reichhaltiges Sortiment von Equipment zum Ausspionieren per Videokamera. Mit an der Kleidung getragenen Knopfkameras ist es auch möglich, mobil Situationen aufzuzeichnen, die im alltäglichen Leben passieren. Zuletzt hat ein Team um Enthüllungsjournalist Günther Wallraff mit Spionagekameras skandalöse Zustände in mehreren Burger-King-Restaurants aufgedeckt und das Videomaterial verfremdet für seine TV-Sendung eingesetzt.

Ist es erlaubt, mit der Kamera zu spionieren?

Minikamera getarnt in Autoschlüssel
Schlüsselfunktion: Eine Spionagekamera integriert in eine Autofernbedienung fällt auf dem Restaurant-Tisch nicht auf.

Wo die Grenzen des Einsatzes von Spionagekameras liegen, legen regelmäßig Gerichte fest. Generell ist es nicht erlaubt, den privaten Raum von Menschen unangekündigt zu überwachen. Das geheime Ausspionieren von Privatpersonen ist verboten, sofern es sich nicht um einen polizeilichen Einsatz handelt, um einen Schwerverbrecher zu überführen. Zudem ist der Einsatz von verdeckten Funk-Überwachungskameras wie WLAN-Spycams in keinem Fall zulässig. Die Kameras, die zum Ausspionieren eingesetzt werden, müssen verkabelt sein.
Unabhängig von der Gesetzeslage setzen dennoch viele Firmen und Privatleute solche Minikameras getarnt ein, um mehr über die Handlungsweise ihrer Bekannten, Angestellten oder ihres Ehepartners zu erfahren. Die Dunkelziffer derer, die unentdeckt ausspioniert werden, ist hoch. Viele wissen über Jahre hinweg nicht, dass sie permanent von einer Mini Spy Cam gefilmt werden. Die wenigsten Fälle werden entdeckt. Das liegt nicht zuletzt an der modernen Technik, die immens lange Laufzeiten ermöglicht und daher nur selten Akkus gewechselt werden müssen. Andere Spionagekameras sind fest verkabelt und werden permanent mit Strom versorgt. In beiden Fällen kann die Detektiv-Kamera nicht durch einen Nahfeld-Scanner aufgespürt werden.

Technische Lösungen zur geheimen Überwachung

Der Erfolg hängt natürlich vom Kameratyp ab. Fest verkabelte Überwachungskameras mit Aufzeichnung werden direkt mit einem Rekorder oder Monitor verbunden, der sich zumeist mehrere Räume weiter befindet. Auf diese Weise ist die Kamera, die zur Spionage eingesetzt wird, permanent mit Strom versorgt und das Material kann lückenlos aufgezeichnet werden. Ein weiterer Vorteil, der sich bei diesem Modell ergibt, ist, dass die Kamera nicht durch einen Nahfeld-Receiver aufgespürt werden kann, da bei der Verkabelung keine relevanten Signale ausgesendet werden, die von einem solchen Gerät erkannt werden können.

HD-Kamera in Tischur
Zeitnahme: In dieser Tischur mit Thermometer sitzt eine HD-Kamera mit Bewegungssensor.